Die Geschichte der Bürgerschützengilde Bad Driburg e. V.

Einer mündlichen Überlieferung zur Folge, gibt es seit 1258 Schützen in Driburg. Sicher bekannt ist, dass der Ritter Johann von Driburg den Driburger Schützen eine Schützenwiese und einen Schützenwald geschenkt hat. Die Zahl 1433 und ein Bild dieses Ritters befanden sich auf der alten Schützenfahne, die 1908 ein Raub der Flammen geworden ist. Wenn sich die Gilde auf diese Zahl berufen würde, könnte sie im Jubeljahr 2008 sogar auf eine 575jährige Geschichte zurück blicken.

Aus dem Jahr 1672 liegt eine Schützenordnung vor, die davon spricht, dass der Bürgermeister und der Rat alter Gewohnheit nach eine Schützenbruderschaft wiederum anordnen und anstellen. Die von Bürgermeister und Rat der Stadt Driburg gegründete Bruderschaft wurde mit der Gründung des Königreiches Westfalen 1807 verboten. Die Gewehre wurden eingesammelt und nach Paderborn verbracht.

1833 erlässt der Bürgermeister Joseph Wolff dann einen Aufruf an die Bürger mit dem Ziel, dass die Schützen sich neu organisieren. Die Neugründung vollzieht sich dieses Mal unter der Regie der Schützen, die sich selbst eine Satzung gaben und forthin Bürgerschützengilde hießen.

Die Schützen passten sich mit ihren Zielsetzungen der Zeit an. In der letzten Gründung hatten sich die Schützen den biederen Eintrachtsinn unter den Bürgern zu fördern und den Patriotismus zu beleben auf die Fahnen geschrieben.

 

Heute steht als Zweck der Gilde folgendes in der Satzung:

Die Bad Driburger Bürgerschützengilde e. V. bezweckt die Pflege des Schützenbrauchtums als wertvollen Bestandteil unseres Volkslebens und die Förderung des Schießsports nach einheitlichen Richtlinien. Sie hat darüber hinaus den Zweck, die verschiedenen Klassen der Bürgerschaft zu gemeinsamen Festlichkeiten zu vereinen, den Bürgersinn, das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit zu wecken und zu heben, die Eintracht in der gesamten Bürgerschaft zu fördern und zu festigen sowie die Jahrhunderte alten Traditionen zu pflegen und weiterzuführen.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat sich die Gilde in vier Kompanien organisiert. An der Spitze einer jeden Kompanie steht ein Hauptmann, der von den Schützen der Kompanie gewählt und in der Generalversammlung bestätigt wird. Die vier Kompanien bilden ein Bataillon. An der Spitze des Bataillons steht der Oberst. Der Oberst, der Schriftführer und der Rechnungsführer bilden den geschäftsführenden Vorstand gemäß § 26 BGB. Der Schriftführer und der Rechnungsführer werden jeweils durch einen Stellvertreter unterstützt. Sie gehören wie die Hauptleute dem erweiterten Vorstand an. Oberstes Organ der der Bürgerschützengilde ist die Generalversammlung.

 


 

Folgende Feste und Veranstaltungen werden von der Gilde traditionell durchgeführt:

das Schützenfest im Sommer,
das Bataillonsschießen im November,
der Schützenball im Januar sowie
die Generalversammlung im März eines jeden Jahres.

Außerdem nimmt die Gilde an der Patronatsprozession zu St. Peter und Paul sowie am Volkstrauertag teil.

 


 

Die Fahnen der Bad Driburger Bürgerschützengilde

 

Fahne1899_1 Fahne der Gilde von 1899 Fahne1899_2
     
Fahne1955_1 Fahne der Gilde von 1955 Fahne1955_2

 


 

Der Adler der Gilde und sein Lebenslauf

 

Adler 04

Seit jeher ist es in Bad Driburg Tradition, dass die Schützen auf einen Adler schießen. Dabei macht sich kaum jemand Gedanken darüber, durch wessen Hände der Adler eigentlich wandert, bevor er auf dem Schützenplatz endgültig „zerlegt“ wird.

Die aufwendige Arbeit leistet Christoph Brinkmöller. Viele Stunden benötigt er für die Schnitzarbeiten, bis aus dem rohen Abachiholz ein prächtiger Adler mit den dazugehörigen Insignien (Apfel, Zepter und Krone) entsteht, eine beachtliche Leistung. Hier wird wahrlich Schützengeist gezeigt.

Von Christoph Brinkmöller wandert der Adler auf seiner ersten Reise zu Michael Amstutz. Hier gilt es für den Adler Farbe zu bekennen. Kopf, Schwingen und die Insignien erhalten hier den letzten Feinschliff.

Damit alle Schützen den Adler vor dem Königsschießen ins Visier nehmen können, geht er auf seiner weiteren Reise in das Geschäft Baldur-Drogerie Hagemann in der Langen Straße.
Markus Hagemann sorgt dort für eine artgerechte, mit Eichenlaub und blau-gelben Fahnen geschmückte Präsentation des Adlers. Die Sprüche vieler Betrachter vor dem Schaufenster sind sehr amüsant. Schnell werden die besten Abschussmöglichkeiten für Apfel, Zepter und Krone ausgelotet. Und auch bei der Patronatsprozession schweifen viele Blicke zum Adler. Einige Schützen grüßen ihn sogar.

Die weitere Station ist am Nachmittag des Königsschießens das Rathaus. Von dort wird der Adler von dem Bataillon der Bürgerschützengilde zum Schützenplatz begleitet. Auf seiner letzten Station erhält er durch den Bataillonsschießwart Rolf Kubitz sicheren Halt, bevor er durch den Schützenoberst Horst-Jürgen Fehring in schwindelerregender Höhe freigegeben wird.

Erst wenn das letzte Stück des prächtigen Adlers abgeschossen worden ist, hat Bad Driburg einen neuen Schützenkönig. Getreu nach dem alten Schützenspruch:
„Durch einen Schuss mit sicherer Hand, werd’ ich König ohne Land. Ein Jahr nur währt mein Regiment, dann hat die Herrlichkeit ein End“.

 


 

Chronik

 

– 1258:

Gründung der Driburger Schützen als Bürgerwehr

– 1433: Johann von Driburg schenkte eine Schützenwiese und einen Schützenwald
– 1672: 2.Neugründung als Driburger Schützenbruderschaft nach dem „Dreißigjährigen Krieg“ (1618-1648). Ihre ursprüngliche Aufgabe war der Schutz der Stadt mit der Waffe in der Hand.
– 26. Mai 1833:

3. Neugründung der Schützengilde durch den damaligen Bürgermeister Joseph Wolff. Aufgabe die Eintracht unter den Bürgern zu fördern und den Patriotismus zu beleben.

-Staffelung der Gilde in 3 Kompanien, die stadtteilbezogen eingeteilt wurden.

– 28. Juni 1833: Erstes Schützenfest der neugegründeten Gilde.
– 1933: Jubelschützenfest (100 Jahre).
– 1958: Jubelschützenfest (125 Jahre).
– 1959: Erneuerung des Schießstandes (50 Meter Kleinkaliber).
– 1966: Erstmalig „Großer Zapfenstreich“ am „Alten Markt“ Zusammenspiel der Bad Driburger Stadtkapelle und dem Trommlerkorps Brenkhausen.
– 1967: Gründung der IV. Kompanie (Bereich „Südstadt“).
– 1970: Renovierung und Umbau des Schießhauses.
– 19. Aug. 1978: Neubau bzw. Einweihung einer zeitgerechten, witterungsunabhängigen Schießsportanlage.
– 1981: Auf dem Schießstand wird mit Gewehren, die mit der „Zieleinrichtung Diopter“ ausgerüstet sind, geschossen.
– 1983: Jubelschützenfest (150 Jahre) Schützenkönig Bernhard Humborg und Schützenkönigin Lucia Brinkmöller, Kronprinz ist Norbert Hillgemann.
– 1987:

Fertigstellung des Schützenhauses

Schuetzenhaus

– 6. März 1992: Neufassung der Satzung der Bad Driburger Bürgerschützengilde e.V.
– 1995:

Umbau des Schießhauses

Schiesshaus

Schiesshaus Wappen

– 1997: Bepflasterung des Schützenplatzes
– 1999: Renovierung des Adlerstandes
– 5. Nov. 2004: Neufassung der Satzung der Bad Driburger Bürgerschützengilde e.V.
(Hier klicken, um die neue Satzung als pdf.-Datei herunterzuladen)
– 2007: Fertigstellung des Schützenhausanbaus