19791979 Kronprinz Ulrich Niemann1994197519791979

Schützenfest 1979

30 Jahre nach dem Neubeginn -1979- regierte Heinrich Baerwolf und Christl Sänger die Bürgerschützengilde

Die Wettergott am Tag des Königschießen war den Schützen nicht holt. Mit fortschreitendem Königschießen setzte Regen ein und verbreitet herbstliche Kühle aber davon ließ sich Heinrich Baerwolf nicht von seinem Vorhaben abbringen, Schützenkönig in der Badestadt zu werden.
Mit dem 246. Schuss holte er den Rest des stolzen Adlers aus seiner luftigen Höhe und nach diesem Meisterschuss musste er sich erst einmal mit einem Korn  stärken.
Der stolze Schütze mit Ganghoferbart erkor zu seiner Mitregentin Christel Sänger.
In diesem Jahr war die 4. Kompanie weit vorn. Aus ihren Reihen kamen nicht nur das Königspaar, sondern auch der Apfel- und Zepterprinz. Heinz Sänger, als Prinzgemahl, war in Personalunion auch der Apfelprinz.

Ulrich Niemann aus der 1. Kompanie wurde Kronprinz der Gilde

Am Tag der Krönung der neuen Schützenkönigin füllten mehrere Tausend Zuschauer den Rathausplatz, um bei dem feierlichen Zeremonie dabei zu sein.
In seiner Krönungsrede wies Bürgermeister Kremeyer auf die Bedeutung des Driburger Schützenfestes hin, was sich auch schon äußerlich durch den prächtigen Schmuck durch Fahnen und Girlanden zeigt. Nach dem Abspielen der 2. Strophe des Deutschlandliedes setzte sich der Schützenzug in Marsch. Durch dichtgedrängte Zuschauerspaliere schlängelte er sich hinauf zum Schützenplatz unter der Iburg. Bei Konzert und Tanz ging der Nachmittag schnell vorüber, ehe der Tanzabend mit der Königspolonaise seinen Anfang nahm.

Der Montagvormittag stand ganz im Zeichen der Schützen mit dem Gabelfrühstück, Verleihung der Orden und Beförderungen. Der Nachmittag gehörte den Damen mit der Kaffeevisite der Königin und anschließender Parade vor den Brunnenarkaden. Mit dem Ehrentanz um 24.00 Uhr endet der offizielle Teil des Schützenfestes, das hinderte den Hofstaat und das Schützenvolk nicht daran bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.

Von li. Königspaar und Hofdamen von 1978. Im blauem Kleid Hofdame Hildegard Baerwolf, Schützenkönigspaar Christel Sänger, Heinrich Baerwolf, Hofdame Rosemarie Tewes.

Schützenfest 1969

1969 Beginn einer neuen Ära bei der Bürger Schützengilde Bad Driburg

Nach 18 Jahren als Oberst der Gilde trat Heinz Koch zurück und Franz –Jonny-Hillebrand übernahm das Kommando bei der Gilde.
Jonny hat einmal gesagt, dass der Tag des Königsschießens für einen Oberst der anstrengendste beim ganzen Schützenfest ist, denn bei der Patronatsprozession weiß noch niemand wer wird sich aktiv beim Schießen beteiligen, wer wird der neue König und wer die neue Königin in der Badestadt seien.
In seinem ersten Jahr als Oberst brauchte er nicht hoffen und bangen, denn schon nach zwei Stunden stand fest, dass der Stuckateurmeister Edmund Mathies der neue Schützenkönig ist und die neue Schützenkönigin die charmante Ehefrau des Architekten Josef Nakilski seine wird.
Uwe Avenarius aus der 3. Kompanie war der beste Jungschütze und wird ein Jahr Kronprinz der Gilde seien.

Waren sich die „Herren der Schöpfung“ auf dem Schützenplatz einig, so war die „Damenwelt“ nicht eingeweiht. Auf dem Tennisplatz erfuhr die neue Königin von ihrem neuen Amt. Absagen konnte sie auf keinen Fall denn Edmund Mathies wohnte in ihrer direkten Nachbarschaft und unmittelbar neben ihr hatte der neue Oberst sein Domizil. Es blieb ihr nichts anderes übrig als das Tennismatch sofort zu beenden, um sich auf dem Schützenplatz zu begeben, natürlich nicht im Tennisdress, um die Glückwünsche für ihr neues Amt entgegenzunehmen.
Wie es jahrzehntelang üblich war, wurde der neue Schützenkönig auf dem Schützenplatz inthronisiert. Dann marschierte der Schützenzug mit klingend, Spiel er, bei Fackelschein und bengalischer Beleuchtung, umjubelt und in die Stadt ein.

Am Schützenfest Sonntagnachmittag erlebten bei strahlendem Sonnenschein zahllose Zuschauer auf dem Platz vor dem Rathaus den Höhepunkt des Schützenfestes, die Krönung der neuen Schützenkönigin, Ingrid Nakilski.
Als die neue Königin im Schmuck der Krone, umgeben von ihrem Hofstaat, sich dem Volk präsentierte, bekundeten Hochrufe die ungeteilte Sympathie für die neue Schützenkönigin. Nach der Krönungszeremonie wurde von dem neuen Königpaar der 80 Jahre alte Pokal erhoben und auf das Wohl der Bürgerschützengilde getrunken. Dann setzte sich ein mehrere Hundertmeter langer Festzug durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt in Marsch,  bewundert von einer gewaltigen Zuschauerkulisse an den Straßenrändern.

Das Schützenfest wurde am Montag mit dem Gabelfrühstück der Schützen und der Kaffeevisite der König mit anschließender Parade fortgesetzt. Ein schönes und harmonisches Schützenfest neigte sich seinem Ende.

Von Li. Hofdame Fr. Elli Walther, Schützenkönigspaar Ingrid Nakilski u. Edmund Mathies, Hofdame Fr. Hilde Mathies.

Schützenfest 1949

Vor 70 Jahren: Neubeginn bei der Bürgerschützengilde Bad Driburg
Im gleichen Jahr, Juni 1948, als die Deutschen in der Trizone die D-Mark erhielten, setzten sich im Dezember altgediente Schützenoffiziere, u.a. der letzte Oberst Dr. Eugen Bremmenkamp und Metzgermeister Robert Heinemann im Hotel Brand zusammen, um über den Neubeginn der Gilde zu beraten, denn die Zeit des Nationalsozialismus und die Kriegsjahre sind auch an der Gilde nicht spurlos vorübergegangen.
Im Juli 1939 feierte man das letzte Schützenfest. Im Juli 1940 gab es noch eine außerordentliche Generalvers. und im Juni 1941 musste sich die Gilde in Person des Obersten Dr. Bremmenkamp endgültig dem Diktat der Gleichschaltung unterwerfen, wollte er nicht das „Weiterbestehen“ der Gilde gefährden.
Allen Widrigkeiten zu Trotz blieb das Ziel der Gilde „die Heimatliebe, die kirchlichen Traditionen und die Geselligkeit innerhalb der Bürgerschaft zu erhalten und zu festigen!“ Siehe Dr. M. Dunsche in: Festzeitschrift der Gilde 2008, S. 17.
Trotz dieser Grundhaltung schützte dies nicht die Gilde vor dem Entnazifizierungswahn der Alliierten.
Im Sept. 1946 musste Dr. Bremmenkamp dem Amtsdirektor Senger Auskunft darüber geben, ob der „Schützenverein“ dem Reichsbund für Leibeserziehung angehört hat, denn dies hätte zur Folge, dass das gesamte Vereinsvermögen beschlagnahmt worden wäre. Tatsächlich gehörte die Gilde auf Druck der Preußischen Geheimen Staatspolizei sei März 1936 dem Reichsbund für Leibeserziehung an.
Nun musste überlegt werden, wie man das drohende Unheil abwenden konnte. F.-J. Eilebrecht schreibt dazu in: Bad Driburg Epochen der Zeitgeschichte S. 665:
dass verantwortliche Männer wie Ehrenoberst Bose und Pfarrer Becher eine Lösungsweg darin sahen, die Gilde Mitglied im Bund der Historischen Schützenbruderschaften werden zu lassen. Pfarrer Becker bescheinigte im Nov. 1947 der Gilde, dass sie immer einen katholischen Charakter getragen habe. Dieses reichte aus, um im Sept. 1948 Mitglied im Bund der Historischen Schützenbruderschaften zu werden. Die Bedenken der Schützen, wer kann nun noch Schützenkönig bzw. Oberst werden wurde dahingegen beantwortet, dass nur der Brudermeister –Oberst- Katholik seien musste.
Wie bei den Historischen Schützenbruderschaften üblich gibt es einen Schutzpatron. Die Gilde, jetzt Bruderschaft, erwählte sich den Hl. Sebastian zu dem ihren. Schon die Fahne, geweiht 1899, ziert ihn.
Als sich 1950 der Schützenverein eine neue Satzung gab, wurde die Mitgliedschaft bei dem Bund der Historischen Schützenbruderschaften wieder aufgegeben und man nannte sich fortan wieder Gilde.
Wie oben schon erwähnt kam es am 10. Dez. 1948 im Hotel Brand zur offiziellen Wiederbegründung Gilde. Was im Einzelnen besprochen wurde ist mangels vorliegenden Protokolls nicht bekannt. Mit Sicherheit hat man über das Aufleben des traditionellen Schützenballs und des Schützenfestes gesprochen, denn anders ist nicht zu erklären, dass am 05. Februar 1949, ein Samstag, in der Westfalen-Zeitung ein Artikel erschien mit der Überschrift „Schützen-Tradition lebt wieder auf“. In dem wird zum „kommenden Sonntag, den 12. Februar“, zum Schützenball eingeladen.
Später berichtet die Zeitung, dass im Parkkaffee ein glänzend ausgestatteter Schützenball in harmonischer Gemeinschaft gefeiert wurde.

Am 22. Mai 1949 trafen sich 44 Schützenbrüder, um einen neuen Vorstand zu wählen. Es dürfte wohl kaum Diskusionen gegen haben wer welches Amt bekleidet, man war sicherlich froh, in einer schwierigen Zeit, überhaupt Personen gefunden zu haben die Verantwortung für die Gilde übernehmen.
Als Oberst wurde Metzgermeister Robert Heinemann gewählt. Die Hauptmänner waren: für die 1. Komp. Heinz Koch, für die 2. Komp. Huber Bülling und für die 3. Komp. Josef Spieker.
Ludwig Kestermann übernahm das Amt des Schriftführers und für die Kasse zeichnete sich Theo Faber verantwortlich.
Am Mittwoch, den 29. Juni 1949 trafen sich die Bad Driburger Schützen nach Jahrhunderten altem Brauch, um an der Patronatsprozession teil zu nehmen und um dann am Nachmittag auszumarschieren, um den neuen Schützenkönig zu ermitteln.

Ein Bericht zum ersten Schützenfest nach dem Krieg wird zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen.

Das Foto entstand zum Schützenfest 1949 und zeigt den neuen Schützenkönig, Johannes Engels, im Kreis des Vorstandes und der Offiziere.


Stehend v.li. Fr. Zahn- Dokter-, Josef Gocke, Hubert Bülling, Josef Voß, Heinz Heinemann, Anton Rohde, Ludwig Kestermann, Hasenbauer Heinemann, Heinz Koch, Peter Kleitmann, Theo Faber, Rehrmann, Josef Spieker Niedersachsen, Rudi Dierichs, Franz Zahn, Josef Böger, Bernh. Humborg, Fr. Kriegesmann, Ignaz Ehmann, Bernh. Rüthers, Malchus Spieker. Sitzend v. li. Josef Rehrmann, Oberst Robert Heinemann, Schützenkönig Joh. Engels, Ehrenoberst Dr. E. Bremmenkamp, Josef Voß, Platzmajor Moritz Kriegesmann.


Verehrte Leser/innen
die Bürgerschützengilde wendet sich an alle, die noch Informationen, jeglicher Art, in Bezug zur Gilde haben. Gern übernimmt die Gilde die Informationen in ihren Fundus, um sie der Nachwelt zu erhalten.

Ansprechpartner: Der Vorstand oder Bernd Bockelmann Tel.: 05253-5480, od. Mail: jb.bockelmann@web.de