Der
Adler der Gilde und sein Lebenslauf
Seit jeher ist es
in Bad Diburg Tradition, dass die Schützen auf einen Adler schießen.
Dabei macht sich kaum jemand Gedanken darüber, durch wessen Hände
der Adler eigentlich wandert, bevor er auf dem Schützenplatz
endgültig „zerlegt“ wird.
Die aufwendige Arbeit
leistet schon seit über 25 Jahren Major Klemens Böger. Etwa
25 Stunden benötigt er für die Schnitzarbeiten, bis aus
dem rohen Abachiholz ein prächtiger Adler mit den dazugehörigen
Insignien (Apfel, Zepter und Krone) entsteht, eine beachtliche Leistung.
Hier wird wahrlich Schützengeist gezeigt.
Von Klemens Böger
wandert der Adler auf seiner ersten Reise zu Franz-Josef Zahn. Hier
gilt es für den Adler Farbe zu bekennen. Kopf, Schwingen und
die Insignien erhalten seit über 15 Jahren bei Franz-Josef Zahn
den letzten Feinschliff.
Damit alle Schützen
den Adler vor dem Königsschießen ins Visier nehmen können,
geht er auf seiner weiteren Reise in das Geschäft Leder Gocke
in der Langen Straße.
Seit 1974 sorgt Heinz Gocke für eine artgerechte, mit Eichenlaub
und blau-gelben Fahnen geschmückte Präsentation des Adlers.
Die Sprüche vieler Betrachter vor dem Schaufenster sind sehr
amüsant. Schnell werden die besten Abschussmöglichkeiten
für Apfel, Zepter und Krone ausgelotet. Und auch bei der Patronatsprozession
schweifen viele Blicke zum Adler. Einige Schützen grüßen
ihn sogar.
Die weitere Station
ist am Nachmittag des Königsschießens das Rathaus. Von
dort wird der Adler von dem Bataillon der Bürgerschützengilde
zum Schützenplatz begleitet. Auf seiner letzen Station erhält
er wieder durch Klemens Böger sicheren Halt, bevor er durch den
Schützenoberst in schwindelerregender Höhe freigegeben wird.
Erst wenn das letzte Stück
des prächtigen Adlers abgeschossen worden ist, hat Bad Driburg
einen neuen Schützenkönig. Getreu nach dem alten Schützenspruch:
„Durch einen Schuss mit sicherer Hand, werd’ ich König
ohne Land. Ein Jahr nur währt mein Regiment, dann hat die Herrlichkeit
ein End“.